„Ich liebe den Geruch von Lasern am Morgen!“ | Performics

„Ich liebe den Geruch von Lasern am Morgen!“

22. November 2017

Laserstar Lasertag Berlin. Uhrzeit: Achtzehn Dreißig Alpha. Schlachtbericht von Kadett Alexander Mörke.

Als die Rekruten Amiel, Julia, Jordan, Franziska, Paulina, Therese, Hugo und meine Wenigkeit das HQ betraten, war die Anspannung geradezu greifbar. Schließlich hatten die wenigsten von uns zuvor gedient. Die anderen, mich eingeschlossen, waren absolute Grünschnäbel, jungfräuliches Front-Futter auf der Suche nach einem Adrenalinkick und einer heroischen Geschichte, die wir unseren Freunden und Familienmitgliedern zu Hause würden erzählen können, wenn – falls – wir zurückkehrten.
 

 
Die Abfertigung von uns Neuankömmlingen verlief routiniert und effizient. Schnell wurden unsere Namen in unsere Hundemarken eingraviert, die wir in Form von futuristischen ID-Karten ausgehändigt bekamen. Mit ihnen würde man uns später identifizieren können (bei einem erneuten Besuch etwa), gleichzeitig waren sie notwendig, um unsere überlebenswichtige Ausrüstung zu aktivieren: Kampfwesten mit optischen Anzeigen und hochentwickelte Präzisions-Phaser-Pistolen, voll ausgestattet mit akustischem Feedback und vernetzt mit dem Zentralcomputer der High-Tech-Trainingsanlage – die Kriegsführung der Zukunft.
 

Unser erster Einsatz

Bei der ersten Übungseinheit, dem „Color Conquest“, sollte es darum gehen, so viele Kontrahenten wie möglich in das eigene Team zu zwangsrekrutieren, wobei unsere Waffen die nötige Überzeugungsarbeit leisten würden: Vier aufeinanderfolgende Treffer änderten die Farbe der Gegner-Westen. Das detaillierte Briefing mit unserem humorvollen, wenn auch strengen Ausbilder – seines Zeichens selbst erfahrener Lasertag-Veteran – konnte uns jedoch nicht auf das vorbereiten, was uns auf dem Schachtfeld erwartete: Als die ersten bedrohlich glühenden Strahlen die vom künstlichen „Fog of War“ erfüllte Düsternis der Arena durchschnitten, gerieten meine Kameraden und ich unweigerlich in Panik, verstreuten uns in alle Richtungen und erlitten im Kreuzfeuer der Soldaten höherer Ränge schnell den ersten beschämenden Laser-Tod.
 
Doch mit jedem Respawn nahmen die anfängliche Verwirrung und Orientierungslosigkeit ab. Mit jeder Wiederauferstehung lag das Schießplastik sicherer in unseren Händen, es gelangen uns immer geschicktere Ausweichmanöver und unser Bodycount stieg – live, die, repeat. Bald schon klangen die Schreie meiner Kameraden nicht mehr nach Agonie, sondern erschollen als Lachen und frohlockendes Jauchzen über dem dröhnenden Dauerfeuer. Vielleicht waren es auch nur die Gräuel des Laserkrieges des 22. Jahrhunderts, die uns allmählich in den PTSS-induzierten Wahnsinn trieben.
 

Für Ruhm und Ehre – und Performics

Im anschließenden „Team Deathmatch“ wurden die Karten neu gemischt: Freunde wurden zu Feinden, Feinde zu Freunden. Im Squad oder als einsamer Wolf durchstreiften wir die engen Korridore, gingen in Deckung und hechteten von Ecke zu Ecke. Manchmal fing sich jemand einen Querschläger ein, der eigentlich für einen Kameraden gedacht gewesen war. Nicht selten war ein ehrenloser Gegner, der an einer schwer einsehbaren Stelle „campte“ oder einzelne Spieler „stalkte“, dafür verantwortlich. Doch auf dem Scoreboard dann die große Überraschung: Neuzugang Amiel hatte dem unfairen Treiben heldenhaft Einhalt geboten und sich als wahrer Baller-Berserker hervorgetan: Ganze 26 Abschüsse in Folge konnte er sich auf den Deckel schreiben.
 

 
Die Erschöpfung des harten Trainings trieb uns letztendlich in die Truppenkantine. Wasser, Cola, Eistee und Bier glichen unseren Flüssigkeitshaushalt aus, der durch den wortwörtlichen Schweiß und das metaphorische Blut des Kampfes aufgebraucht worden war. Hochkalorische Rationen (in Form von Pizza) vermochten es, unsere körperlichen und geistigen Ressourcen wiederaufzufüllen, während wir über unsere ersten Erfahrungen im Gefecht lamentierten und uns neue Strategien zurechtlegten. Denn die Schlacht war noch nicht vorbei.
 

 

Die Entscheidungsschlacht

Eine Abschlussrunde „Capture the Flag” sollte ein für alle Mal feststellen, wer in die heiligen Hallen der Kriegshelden einzog. Unser Ausbilder höchstpersönlich mischte mit und zeigte auf, dass diese taktische Königsdisziplin vor allem eines erforderte: Teamarbeit. Von ihren verlässlichen Kampfgefährten souverän flankiert, tat sich vor allem die junge Rekrutin Paulina hervor, die mit der virtuellen Flagge im Gepäck wie ein geölter Blitz durch die Arena und in die Heimatbasis ihres Teams stürmte, als wäre der Teufel selbst hinter ihrer armen Seele her.

Ich spreche für meine Kameraden und mich, wenn ich sage, dass uns diese einzigartige Erfahrung viel gelehrt hat: allen voran, dass Lasertag ein geradezu wahnwitziger Spaß ist! Und so möchte ich mit dem treffenden Zitat eines berühmten Dichters und Philosophen schließen, der einst sagte:

„To hold a lasergun is to be at war.“ – Definitely not Voltaire.

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